Gedankensteuerung Zum Thema Autosuggestion
Der Schöpfer lebt für sein Werk. Er braucht andere Menschen nicht. Sein ursprüngliches, sein vornehmliches Ziel liegt in ihm selbst. Der Schmarotzer lebt aus zweiter Hand. Er braucht andere. Die anderen sind sein vornehmlicher, sein eigentlicher Antrieb. Das grundlegende Bedürfnis des Schöpfers ist Unabhängigkeit. Der denkende Geist vermag unter keiner Form von Zwang zu arbeiten. Er darf keiner Rücksicht gebeugt, geopfert oder unterworfen werden. Er bedarf restloser Unabhängigkeit sowohl hinsichtlich des Wie, wie des Warum und Wozu seines Arbeitens. Für den schöpferischen Menschen kommen alle Beziehungen zu anderen Menschen in zweiter Linie. Das grundlegende Bedürfnis des Zweithänders ist die Sicherung seiner Verbindung zu Menschen, damit er an ihnen schmarotzen kann. Er stellt die Beziehungen in die erste Linie. Er erklärt, der Mensch sei dazu da, um anderen Menschen zu dienen. Er predigt Altruismus. Altruismus ist die Lehre, die verlangt, dass man für andere lebt und andere über sich selbst stellt. Kein Mensch kann für einen anderen leben. Er kann seinen Geist so wenig mit anderen Menschen teilen, wie seinen Körper. Doch der Zweithänder benutzt den Altruismus als Waffe der Ausbeutung und stellt die sittlichen Grundlagen der Menschheit auf den Kopf. Den Menschen wird jegliche Unterweisung zuteil, die den Schöpfermenschen zu vernichten vermag. Abhängigkeit wird ihnen als Tugend gelehrt. Abhängig ist der Mensch, der für andere Menschen zu leben bestrebt ist. Schmarotzertum ist seine Triebfeder und er macht auch die, denen er dient, zu Schmarotzern. Die Beziehungen untereinander erzeugen nichts als gegenseitige Korrumpierung. Ihre Verflechtung ist a priori unmöglich. Was Ihr im wirklichen Leben am nächsten kommt – der Mensch, der für andere Menschen lebt – ist der Sklave. Wenn leibliches Sklaventum empörend ist, um wie viel abstoßender ist die Vorstellung geistiger Versklavung? Der Besiegte, der zum Sklaven geworden ist, besitzt noch eine Spur von Ehre. Er darf es sich zum Verdienst rechnen, dass er sich gewehrt hat und dass er seinen Zustand als schmachvoll empfindet. Doch der Mensch, der sich im Namen der Liebe freiwillig zum Knecht macht, ist das niedrigste aller Geschöpfe. Er würdigt den Menschen herab und würdigt die Liebe herab. Dies aber ist das Wesen der Nächstenliebe. Den Menschen ist beigebracht worden, die höchste Tugend sei nicht das Leisten sonder das Geben. Aber man kann nur geben, was einmal geschaffen worden ist. Schöpfung geht der Verteilung voraus – sonst gibt es nichts zu verteilen. Das Bedürfnis des Schöpfers geht somit dem Bedürfnis jeglichen Nutznießers vor. Doch uns wird gelehrt, wir sollten den Zweithänder, der nicht von ihm erzeugte Gaben verteilt, mehr bewundern als den, der die Gaben ermöglich hat. Lob und Preis singen wir dem Wohltun und zucken die Achseln über das Tun.
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